Karate als aus Japan/Okinawa stammende Kampfkunst ist ein sehr komplexes und mehrgleisiges System zur Steigerung von Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit für Körper, Geist und Seele.

„Karate ist für alle da“ sagte Gichin Funakoshi, der Begründer des heute weitverbreiteten Shotokan-Stils. Ob jung oder alt, Mann, Frau oder Diverse, Anfänger oder Fortgeschrittene, alle bilden eine Trainings-Familie. Gegenseitiger Respekt, Gesundheitsorientierung und Persönlichkeitsentwicklung sind wichtige Werte dieser auf Dauer angelegten Lerngemeinschaft.

Karate kann zum einen als Gesundheitsübung im Sinne des Qigong praktiziert werden mit Atemübungen, Heilgymnastik, Psychotraining, Energieübungen, Methoden der Stärkung und Abhärtung sowie Meditation. Diese Übungen durchziehen zum Beispiel sämtliche klassischen Karate-Kata (sog. Formen/Schattenkampf) sowie das Perfektionstraining im Kihon (sog. Grundschule).

Karate ist zum zweiten ein Fitnesstraining mit umfassender Schulung von Koordination, Gelenkigkeit, Kraft, Geschmeidigkeit, Ausdauer – auch im Sinne der Willensschulung – und Reaktion.

Karate ist zum dritten – wie Judo – heute am bekanntesten als Kampfsport, obwohl es ursprünglich als Sport von den klassischen Meistern des Budo (sog. Geistiger Weg der Kampfkünste) immer abgelehnt wurde. Die am „Do“ (chin. Tao) orientierten Stile enthalten sich deshalb bis heute der vorrangig sportlichen Zwecksetzung des „Gewinnen-Wollens“, bei den Vollkontaktstilen mit Inkaufnahme der gesundheitlichen Schädigung des Sportgegners.

 

GESUNDHEITSSPORT KARATE?

Interview mit Prof. Dr. med. Wolfram Mittelmeier

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